Mitgliederbrief

Oktober 2003


WER JEDEN SCHRITT VORHER LANGE ÜBERLEGT,
BRINGT SEIN GANZES LEBEN
AUF EINEM BEIN ZU.

AUS CHINA


Mitgliederversammlung des Württembergischen Ingenieurvereins 2003

Attraktive Ereignisse für die, die sie zu nutzen bereit sind

Trotz der sommerlichen Hitze waren zahlreiche VDI-Mitglieder der Einladung zur Mitgliederversammlung des Württembergischen Ingenieurvereins e.V. am 17. Juni gefolgt. Wenn auch die Auswirkungen der wirtschaftlichen Flaute nicht am WIV vorübergehen und der Wettbewerb im Fortbildungssektor härter wird, so dauert das Engagement seiner Mitglieder ungebrochen an und die finanzielle Lage ist solide. Das berichten der Vorsitzende Prof. Bullinger und der Schatzmeister Dipl.-Ing. Hahner.
Der anschließende öffentliche Vortrag von Prof. Dr. rer .nat. Wilfried Mokwa, Institut für Werkstoffe der Elektrotechnik RWTH Aachen, führte unter dem Titel "Das Mikro-U-Boot im menschlichen Körper - Fiktion oder Realität? Mikrosystemtechnik für die Medizin des 21. Jahrhunderts" in die faszinierende Welt der Mikrotechnik im medizinischen Bereich. Heute schon möglich oder Vision für morgen: Ungeahnte Möglichkeiten der Kontrolle, Steuerung, Prothetik und Therapie eröffnen sich.

Prof. Bullinger beginnt die Mitgliederversammlung im Studio der Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, mit dem Bericht über die Vereinsarbeit in den Jahren 2001/02. Er erinnert an zwei herausragende Ereignisse: Den "Tag der offenen Tür" im VDI-Haus Stuttgart im Juli 2001 und das 125jährige Jubiläum des WIV am 27. und 28. Juni 2002.

Offenes VDI-Haus Stuttgart
Zum "Tag der offenen Tür" kamen rund 600 Gäste, darunter auch viele Jugendliche. Dazu haben zahlreiche Exponate, wie ein Cart mit einer Direkt-Methanol-Brennstoffzelle, das Schnittmodell eines Dieselmotors der Mercedes A-Klasse und Vorführungen einer Kanalprüfung und -sanierung vor dem VDI-Haus beigetragen.
Die fachlichen und gesellschaftlichen Arbeitskreise konnten ihre Arbeit auf eigenen Ausstellungsständen präsentieren, dazu zählte auch das Dienstleistungsangebot des VDI. Parallel wurden sechs Fachvorträge angeboten. Besonderen Zuspruch fand das Thema "Design in der Natur" mit über 100 Zuhörern.

Prof. Bullinger
 

Prof. Bullinger berichtet als Vorsitzender des WIV
 

Bereits im Dezember 2000 begann eine Projektgruppe des WIV mit den Vorbereitungen für das 125jährige Jubiläum. So konnten die Veranstaltungen an den beiden Jubiläumstagen unter dem Motto "Technik sichert unsere Zukunft" erfolgreich durchgeführt werden. Am Vormittag des Donnerstags wurden Exkursionen zu neun technisch führenden Unternehmen, beginnend von den Standorten der Bezirksgruppen und von Stuttgart aus, durchgeführt.

125 Jahre Württembergischer Ingenieurverein
Die Exkursionsgruppen, insgesamt etwa 250 Gäste, trafen sich nachmittags in Stuttgart, wo im Weißen Saal des Neuen Schlosses der Festakt stattfand. Die Ansprache hielt Ministerpräsident Erwin Teufel. Präsidiumsmitglied Helmut Petri überbrachte Grußworte und ein Geschenk des VDI-Gesamtvereins. 400 Gäste genossen anschließend das Ambiente des Schlosses im sommerlichen Abendlicht.
Der folgende "Tag des Ingenieurs" im Haus der Wirtschaft Stuttgart galt der Weiterbildung und dem Wissensaustausch. Im Rahmen der drei Themenkreise "Energie und Mobilität - Faszination Technik - Ingenieure im Wandel der Gesellschaft" wurden vor- und nachmittags Vorträge angeboten, für die namhafte Referenten gewonnen wurden. Wirtschaftsminister Dr. Walter Döring überbrachte zu Beginn ein Grußwort, fesselnde Plenarvorträge zum "Glück des Erfindens" hielten
Dr. Leibinger und Prof. Warnecke.

In Festschrift nachlesen
Beschlossen wurde der Tag mit einer Podiumsdiskussion zu dem komplexen Thema "Die Verantwortung des Ingenieurs als Mittler zwischen Technik und Gesellschaft". Das Jubiläum ist in einer Synthese aus Rückschau und Bericht in einer Festschrift dokumentiert. Sie kann bei der Geschäftsstelle des WIV gegen die Versandkosten angefordert werden. Ausgewählte Beiträge finden Sie auch im Internet unter: http://wiv.vdi-bezirksverein.de/125datei.htm.
Die Mitgliederbriefe Oktober 2001 und November 2002 haben ebenfalls über die Ereignisse berichtet.

6. Forum zum Thema Gentechnik
Im März 2002 fand das 6. VDI-Forum zum Thema "Machen wir uns selbst? - Steuern Gene unser Verhalten?" statt. 300 Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, von den Professoren Jürgen Mittelstrass (Uni Konstanz) und Harald zur Hausen (Deutsches Krebsforschungszentrum) informiert zu werden und durchaus kontrovers zu diskutieren. Ebenso gute Resonanz mit 200 Zuhörern fand ein Vortrags- und Diskussionsabend des VDE/VDI-Arbeitskreises Gesellschaft und Technik zum Thema "Handys: Wird uns gefährlich, was uns nützt?"

Prof. Mokwa
 

Prof. Mokwa, Vortragender an der Mitgliederver-
sammlung, entwickelt für die Medizin mikrotechnische Systeme
 

Als Schwerpunkt Fort- und Weiterbildung
Im weiteren Verlauf berichtet Prof. Bullinger über das Hauptgewicht der Arbeit des WIV: Die berufliche Fort- und Weiterbildung, durchgeführt sowohl von den Bezirksgruppen im Lande als auch von den Arbeitskreisen. Das Angebot umfasste Abendvorträge, Seminare, Lehrgänge, wie auch Exkursionen und Studienreisen. Die Seminare werden mit wenigen Ausnahmen im VDI-Haus Stuttgart durchgeführt. Auf die Fachveranstaltungen wird in unserem jährlich acht mal erscheinenden Veranstaltungskalender hingewiesen. In den beiden Jahren kamen zu fast 1000 Veranstaltungen knapp 29000 Besucher, dennoch beeinflussen das vielfältige konkurrierende Freizeitangebot und konjunkturelle Faktoren die Besucherzahlen in hohem Maße.

Schüler für die Wirtschaft
Besonders weist Prof. Bullinger auf die Arbeit des Arbeitskreises Gymnasium und Wirtschaft hin. Er hat sich seit seiner Gründung zu einem Partner sowohl für Schüler und Schülerinnen, für die Lehrerschaft und die Schulverwaltung, als auch für die Wirtschaft entwickelt. Seit April 2002 wird der Arbeitskreis durch eine eigens dafür eingestellte Teilzeitmitarbeiterin unterstützt. Dennoch sind weiterhin Paten und Patinnen für die Kontakte zu den Schulen erwünscht.

Seminare und Lehrgänge,
die im VDI-Haus Stuttgart in Vollzeitform, d.h. mit einer Dauer von 1 bis 2 Tagen durchgeführt werden, sind ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit des WIV. In Zahlen sind das in den beiden Jahren 196 Seminare mit 3 344 Teilnehmern. Ziel ist es, fachlich aktuelle Themen für Seminare zügig aufzubereiten, um diese kurzfristig auf dem Weiterbildungsmarkt anbieten zu können. Nach Besserung des wirtschaftlichen Umfelds sollen es zukünftig 120 bis 130 Seminare jährlich sein.

VDI-Ball wieder sehr beliebt
Der VDI-Ball, das traditionelle gesellschaftliche Ereignis im Jahreslauf, hat wie in den Vorjahren wieder im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle stattgefunden. Mit über 850 Gästen war der Saal ausgebucht - ein sehr erfreuliches Ergebnis. Die Zahlen der frühen 90er Jahre, in denen auch noch das Foyer belegt werden konnte, erreichen wir damit nicht, hier fehlen uns die Gäste aus dem Kreis der Studenten. Hauptpreise der Tombola waren in beiden Jahren ein Smart, gespendet von DaimlerChrysler.

Mehr Studenten für den VDI
Um den Trend der stagnierenden Mitgliederzahlen im VDI zu stoppen, gab es in 2000 eine Aktion zur Mitgliedergewinnung. Der Anreiz bestand darin, dass neu aufgenommene Mitglieder in 2000 nur die Hälfte des Mitgliedsbeitrags zu zahlen hatten. So konnte der WIV im Jahr 2000 einen Zuwachs von 3,7% verzeichnen, wogegen die Gesamtzahl trotzdem um fast 1% abnahm. Derzeit ist allerdings auch im WIV die Anzahl der Mitglieder rückläufig. Bei heute knapp 500 studierenden Mitgliedern im WIV ist es das Ziel der nächsten Jahre, diese wieder deutlich zu steigern. Vor 10 Jahren war die Zahl der studierenden VDI-Mitglieder etwa doppelt so groß.

VDI-Landesvertretung etabliert sich
Die südwestdeutschen Bezirksvereine haben sich bekanntlich in der VDI-Landesvertretung Baden-Württemberg zusammengeschlossen, als deren Vorsitzender Prof. Bullinger gewählt ist. Ende Januar 2002 konnte die Landesvertretung die Parlamentarier zu einem 1. Parlamentarischen Abend mit dem Thema "Die Brennstoffzelle - eine Innovation mit Chancen für die Wirtschaft in unserem Land" einladen. So fanden sich im Classic Center von DaimlerChrysler in Fellbach 42 der 126 Abgeordneten des Landtags ein. Vom VDI nahm der Präsident Prof. Hubertus Christ teil, um den VDI selbst vorzustellen. Ein 2. Parlamentarischer Abend ist für Januar 2004 vorgesehen.
Prof. Bullinger schließt seinen Überblick über die Arbeit des Vorstands und des Vereins mit der Bekanntgabe der Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften, sowie der Ehrenmedaille für seinen Amtsvorgänger Prof. Vöhringer. Die Versammlung erhebt sich in ehrendem Gedenken an die 170 verstorbenen Mitglieder der vergangenen beiden Jahre.

Prof. Seitz
 

Prof. Seitz (links), Leiter der Bezirksgruppe Alb-Neckar Reutlingen, und Prof. Wyndorps bei der ersten Vorstandssitzung 2003
 

Kasse mit ausgeglichenem Ergebnis
Den Kassenbericht für die Jahre 2001/02 gibt der Schatzmeister Dipl.-Ing. Hahner. In den beiden Jahren wurde ein ausgeglichenes Ergebnis mit einem Überschuss, der zur Bildung von Rücklagen verwendet wird, erzielt. Aus den Rücklagen wurde z.B. der Tag der offenen Tür und das 125jährige Jubiläum bestritten. Die Kosten für das Jubiläum einschließlich der Festschrift konnten im veranschlagten Rahmen gehalten werden. Zuschüsse benötigen die Arbeitskreise und der Veranstaltungskalender. Bei dem anspruchsvollen Angebot der Arbeitskreise und dem Wettbewerb um die Freizeit ist es ein anspruchsvolles Ziel, hier ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Beim Veranstaltungskalender sind die Einnahmen aus Anzeigen drastisch zurückgegangen, andererseits muss dieses Informationsangebot als zusätzlicher Service für die Mitglieder gesehen werden. Derzeit wird der Veranstaltungskalender überarbeitet, damit soll auch der Zuschussbedarf gesenkt werden. Mit Seminaren und Lehrgängen werden Überschüsse erzielt. Diese und ein Teil der Rückstellungen werden u.a. zur Instandhaltung und Modernisierung des VDI-Hauses und seiner Einrichtung eingesetzt.

Entlastungen und Wahlen einstimmig
Nach dem positiven Bericht der Rechnungsprüfer wurde der Vorstand und die Geschäftsführung für die Jahre 2001/02 einstimmig entlastet. Damit konnte zu den Wahlen geschritten werden. Zur Wiederwahl hatten sich der Schatzmeister und der Schriftführer bereit erklärt. Die Versammlung bestätigte einstimmig Herrn Dipl.-Ing. Reinhard Hahner und Herrn Dipl.-Ing. Helmut Dobler in ihren Ämtern. Als Nachfolger des Rechnungsprüfers Herr Dipl.-Ing. Heinz Riedel wird Prof. Dipl.-Ing. Günter Pavel gewählt.

G. Hellbardt/G. Isenmann/H. Dobler


VDI-BALL 2003
Samstag, 29. November in der Stuttgarter Liederhalle


Des Nachdenkens wert

Wir brauchen Lebensziele um zu überleben

Es ist hinlänglich bekannt, dass jeder Mensch andere Menschen beeinflusst und Wirkungen verursacht, die zu einer Gesamtsituation in der Gesellschaft und damit auch in der Arbeitswelt führen, wie wir sie heute haben und beklagen. Wir sollten deshalb nicht resignieren, denn auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten und kleinsten Schritt. Was meine ich damit? Wir sollten uns unserer Gefährlichkeit wie auch unserer positiven Möglichkeiten deutlicher bewusst werden.
Zunächst sollten wir statt Gleichgültigkeit ein Milieu der Zuneigung schaffen. Denn Gleichgültigkeit, das ist die Abwesenheit jeglichen Gefühls. Auch wenn wir uns manchmal wehtun und verletzen, ist das noch besser, als einander gleichgültig sein. Gleichgültigkeit schafft ein Klima, das einsam und unsicher macht. Was gehört dazu, Zuneigung zu schaffen? Vielleicht weniger Hetze und mehr Zeit für sich und füreinander; vielleicht, dass einer mit Interesse Anteil an mir nimmt; mir jemand bei einer schwierigen Aufgabe hilft. Wenn wir selbst tun, wonach wir uns sehnen, schaffen wir für uns selbst und für andere ein Milieu der Zuneigung.
Das hätte dann Konsequenzen: Nur im Engagement, im Einsatz für einen anderen oder für eine Sache erleben wir uns intensiv, lebendig. Nur in der Bereitschaft, uns zu verausgaben, erfahren wir unsere Kraft, gewinnen wir unsere Fähigkeiten, finden wir Sinn. Das ist nicht zu verwechseln mit der blinden Arbeitswut nur um des Geldverdienens wegen.
Womit wir beim Stichwort "Arbeit" wären und den kollegialen Beziehungen. Selbstverständlich hat das auch hier Konsequenzen, zum Beispiel: meine Autorität nicht von oben kommend ausüben, sondern von unten; andere mittragen, stützen, ermutigen, befähigen und sich am Erfolg der Kollegen freuen - Neid und Missgunst in Freude umpolen; auf Druck-nach-unten- weitergeben verzichten, statt dessen den anderen Boden unter den Füssen geben. Das wäre eine Entspannungspolitik auf kleinstem Raum. Quintessenz: Wir müssen unsere Lebensenergien auf Lebensziele ausrichten, die wir persönlich verwirklichen können. Wir brauchen Lebensziele, damit wir weiterleben, überleben.

Wolfgang Siebenpfeiffer

(W. Siebenpfeiffer ist Chefredakteur der MTZ Motortechnische Zeitung. Die Veröffentlichung seines Vorworts zur MTZ 2/2003 hat er uns freundlicherweise gestattet)
 

Vorstand WIV
Gespannte Aufmerksamkeit am Vorstandstisch: Dipl.-Ing. Schöttle, Dipl.-Ing. Hahner, Prof. Haller, Prof. Bullinger
 

Im Verlauf der ersten Vorstandssitzung 2003 wurden Frau Prof. Maier (Arbeitskreis Textil und Bekleidung), Dipl.-Ing. Kulawik (Arbeitskreis Studenten und Jungingenieure) und Dipl.-Ing. Schöttle (langjähriger Schatzmeister und Beisitzer) aus ihren Ämtern verabschiedet.
In der Arbeitsgruppe Technischer Vertrieb hat Dr.-Ing. Görne die Leitung von Dipl.-Ing. Flick übernommen.

Dipl.-Ing. Flick (links) und Dr.-Ing. Görne
 

Dipl.-Ing. Flick
 

 

Prof. Maier
 

Dipl.-Ing. Isenmann
dankt Frau Prof. Maier
 

 

Prof. Bullinger und Dipl.-Ing. Schöttle
 

Prof. Bullinger und Dipl.-Ing. Schöttle
 

 

Bezirksgruppenleiter
Anlässlich der jährlich stattfindenden Sitzung der Leiter der Bezirksgruppen führt Dipl.-Ing. Kohlhase (Boehringer Werkzeugmaschinen GmbH) durch das Unternehmen (von links: Kohlhase, Isenmann, Koeppe, Herkommer, Wyndorps)


Die Geschäftsstelle des WIV in eigener Sache

stud.mach. - Dipl.-Ing. - Dr.-Ing. - Prof. ?

Ehre wem Ehre gebührt - das gilt auch für Titel in Anschrift und Anrede. So meinen zumindest die Damen und Herren der WIV-Geschäftsstelle. Wie aber, wenn Titel nicht bekannt sind? Infolge der oft langjährigen Zugehörigkeit unserer Mitglieder zum VDI, häufig schon als Studenten eingetreten, steht die Geschäftsstelle vor dem Problem, die korrekten Titel der Gesprächs- oder Briefpartner nicht immer zu kennen.

Bitte sehen Sie deshalb einmal nach, ob Sie richtig angeschrieben werden - und dies gilt nicht nur für den Titel. Für eine kurze Rückmeldung an die Geschäftsstelle, am besten mit Email unter vdi-stuttgart@t-online.de bedankt sich die Geschäftsstelle schon im voraus.