Seminar Norm-und praxisgerechte Form- und Lagetolerierung Kosten senken und Risiken minimieren


 

Norm-und praxisgerechte
Form- und Lagetolerierung
Kosten senken und Risiken minimieren

 

• Aktueller Stand der Normung zur Form- und Lagetolerierung
• Unterschied zwischen „Hüllprinzip“ und „Unabhängigkeitsprinzip“
• Normgerechte Zeichnungseintragung
• Anwendung der Normen im betrieblichen Alltag
• Beispiele aus der Praxis
• Praktische Übungen

 

 

Programm

Einführung in die Thematik
– Einführende Beispiele zur Form- und Lagetolerierung – Konsequenzen einer mangelhaften Form- und Lagetolerierung – Kostenwirksamkeit von Toleranzen – Zusammenarbeit im Unternehmen

 

Grundlagen
– Maßdefinition und Maßtoleranzen (DIN EN ISO 14660, DIN EN ISO 14405-1, DIN ISO 286-1 und DIN EN ISO 286) – Beispiele und Ursachen für Form- und Lageabweichungen – Toleranzzonen

 

Grundsätze der Tolerierung
– Unabhängigkeitsprinzip (DIN ISO 8015) und Hüllbedingung (E) – Hüllprinzip (DIN 7167) – Vergleich zwischen Unabhängigkeitsprinzip und Hüllprinzip – Übungsbeispiele

 

Normgerechte Zeichnungseintragung
– Tolerierte Elemente (Vollständige und abgeleitete Geometrieelemente) – Bezugselemente (Vollständige und abgeleitete Bezugselemente) – Einschränkungen und Mehrfachangaben

 

Formtoleranzen – Zeichnungseintragung, Interpretation und Anwendungsbeispiele
– Geradheits- und Ebenheitstoleranz – Rundheit und Zylinderform – Linien- und Flächenprofil (DIN ISO 1660) – Übungsbeispiele zu allen Toleranzarten

 

Bezüge und Bezugssysteme – DIN EN ISO 5459
– Bezeichnungen und Symbolik – Normgerechte Eintragung von Bezugssymbolen – Bezugsarten (Einzelbezüge, gemeinsame Bezüge und Bezugssysteme) – Funktionsgerechte Bezugsbildung – Tolerierung von Bezugselementen und Bezugssystemen – Festlegung von Bezugsstellen nach ISO und Vergleich mit RPS-System – Übungen zur Bezugsbildung und Interpretation von Bezugssystemen

 

Lagetoleranzen – Zeichnungseintragung, Interpretation und Anwendung
– Parallelität – Rechtwinkligkeit – Neigung – Positionstolerierung (DIN EN ISO 5458) – Konzentrizität und Koaxialität – Symmetrie – Lauftoleranzen (einfacher Lauf und Gesamtlauf) – Übungsbeispiele zu allen Toleranzarten

 

Allgemeintoleranzen für Form und Lage
– Übersicht der Allgemeintoleranzen für verschiedene Fertigungsverfahren – Allgemeintoleranzen für Form und Lage nach DIN ISO 2768-2 – Anwendung von DIN ISO 2768-2 auf Geradheit, Ebenheit, Rundheit, usw. – Lücken der Allgemeintoleranzen für Form und Lage nach DIN ISO 2768-2 – Allgemeintoleranzen für Form und Lage für Metallguss (DIN EN ISO 8062-3)

 

Maximum-Material-Bedingung (M) und Minimum-Material-Bedingung (L)
– Begriffe, normgerechte Zeichnungseintragung und Interpretation (DIN EN  ISO 2692 – Reziprozitätsbedingung (R) – Anwendungs- und Übungsbeispiele

 

Projizierte Toleranzzone (P)  – DIN ISO 10578

 

Tolerierung nicht formstabiler Teile (F)  – DIN ISO 10579

 

Toleranzen und Kosten

 

Praktische Anwendung der Form- und Lagetoleranzen
– Tolerierung von Kreisteilungen – Tolerierung von Kegeln (DIN ISI 3040) – Tolerierung von Gewinden (DIN EN ISO 1101)

 

Schlussdiskussion und Hinweise für die Umsetzung in die Praxis

 

– Änderungen im Inhalt und Ablauf des Seminars bleiben vorbehalten –


Zum Thema:

Die von der Konstruktion gewünschte ideale Werkstückgeometrie kann oft aufgrund unvermeidbarer Fertigungsungenauigkeiten nicht realisiert werden. Die Sicherstellung einer einwandfreien Montage, sicheren Funktion oder problemlosen Austauschbarkeit ist daher ohne Form- und Lagetolerierung nicht möglich.
Das Gebiet der Form- und Lagetolerierung ist außerordentlich komplex und die Form- und Lagetoleranzen wurden in vielen Unternehmen noch nicht mit genügender Sorgfalt eingeführt. Konstrukteure und Mitarbeiter aus Fertigung und Qualitätssicherung sind in der Anwendung und Interpretation häufig überfordert. Dies vor allem auch deshalb, weil sich viele Normen in den letzten Jahren nachhaltig geändert haben oder durch neue ersetzt wurden, teilweise mit gravierenden Änderungen. Eine nicht funktionsgerechte Tolerierung, eine unnötig aufwändige Fertigung sowie eine schwierige Prüfung sind nicht selten die Folge.
Dementsprechend sind weit mehr als die Hälfte aller Fertigungszeichnungen im Hinblick auf die Form- und Lagetolerierung unvollständig, missverständlich oder falsch. Die Gefahr fehlerhaft produzierter Werkstücke sowie von Montageproblemen steigt erheblich, insbesondere durch Auslagerung der Teilefertigung hin zu externen Zulieferbetrieben. Mangelhafte Tolerierung führt zu risikoreicher Produkthaftung und überhöhten Fertigungskosten.
Das Seminar führt die Teilnehmer Schritt für Schritt in das komplexe Themengebiet der Form- und Lagetolerierung ein. Besonderer Wert wird hierbei auf eine anschauliche Vermittlung der Seminarinhalte gelegt. Die Lehrinhalte werden daher anhand einer Vielzahl praxisgerechter Beispiele und Übungen veranschaulicht und vertieft. Die Teilnehmer werden mit dem neuesten Stand der Normung vertraut gemacht und erhalten praktische Anregungen, das Gelernte im Konstruktionsalltag umzusetzen.

 

Personenkreis:
Angesprochen sind alle Mitarbeiter eines Unternehmens, die sich mit den Problemen der Funktions- und Qualitätssicherung beschäftigen müssen, vor allem Konstrukteure, Arbeitsplaner, Mitarbeiter in der Kontrolle und des Qualitätswesens. Grundkenntnisse der Form- und Lagetolerierung sind hilfreich.

 

Referent:
Prof. Dr.-Ing. V. Läpple, Steinbeis-Transfer-Institut Entwicklung und Management, Stuttgart


Daten

Ort:
VDI-Haus Stuttgart, Hamletstraße 11, 70563 Stuttgart (Vaihingen)

Kurs-Gebühr:

 

Seminarpreis

EUR 940,00

VDI-Mitglieder

EUR 880,00

 

Termin:

Kurs-Nr.:

  9. Februar 2012,  9.00–17.00 Uhr
10. Februar 2012,  9.00–17.00 Uhr

12/20206/01

 

Für kurzarbeitende Unternehmen besteht die Möglichkeit einer Bezuschussung durch die Bundesagentur für Arbeit.

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Ansprechpartner: Frau Wieland

((0711) 13163-10; wieland@vdi-stuttgart.de

Anmeldung:  E-Mail:  wieland@vdi-stuttgart.de

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Letzte Änderung: 12.7.11  St