VDI Württembergischer Ingenieurverein

Schlossplatz Stuttgart
Der Stuttgarter Schlossplatz zum Jubiläumstag des WIV im Fahnenschmuck des VDI


28.Juni 2002:  »Der Tag des Ingenieurs« im Haus der Wirtschaft in Stuttgart 


Eröffnungsvortrag:

»Vom Glück des Erfinders« Vortrag von Prof. Dr.-Ing. E.h. Berthold Leibinger



1. Themenkreis »Energie und Mobilität«
Moderation Prof. Dipl.-Ing. Werner Pollmann
 
  • »Wie viel Energie braucht ein Haus?« behandelte die dritte Gruppe nach dem einleitenden Referat von Prof. Dr. Heinz Bach, dessen Leitthese war, nicht das Haus brauche Energie sondern der Nutzer.
  • Nach »Globale Mobilität und ihre Herausforderung«, einem Referat von Prof. Dr. Ulrich Seiffert, Geschäftsführender Gesellschafter der WiTech Engineering GmbH in Braunschweig, folgten zwei Themen zu Problemen des Straßenverkehrs.
  • »Die Zukunft des Straßenverkehrs - technische Entwicklungen zur Minimierung von Verbrauch und Emissionen« behandelte Prof. Dr. Herbert Kohler, Leiter der Abteilung Forschung, Aufbau und Antrieb und Umweltbevollmächtigter der DaimlerChrysler AG. Er zog das Fazit, dass Verbrennungsmotoren noch auf nicht absehbare Zeit dominieren, Kraftstoffe besser und sauberer werden müssen, alternative Antriebe mittelfristig steigende Marktanteile gewinnen, minimale Emissions- und Verbrauchswerte erreicht und deshalb trotz Anwachsens der Fahrleistungen die CO2 Emissionen sinken werden. 
  • Prof. Dr. Gerhard Heimerl, früher Universität Stuttgart, schloss den Themenkreis ab mit der Frage »Weg von der Straße - wohin dann?« Unter Hinweis auf die ganz unterschiedlichen Verkehrsaufkommen in Ballungsräumen, Siedlungs- oder Gewerbegebieten forderte er in Stadt- und Raumplanung eine Verkehrsplanung aus einem Guss mit dem Ziel einer Verbesserung der Verkehrserschließung und damit Erhöhung der Stadtqualität.


2. Themenkreis »Faszination Technik«
Moderation Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger
 

  • Zunächst sprach Prof. i.R. Hans-Erich Slany, früher Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, zu »Ingenieurwissenschaften und Industriedesign«, einem übergreifenden Grenzgebiet aus Wirtschaft, Technik, Kultur und Kunst. 
  • Über »Bauen für das 21. Jahrhundert« referierte Prof. Dr. Werner Sobek, Universität Stuttgart, Institut für Leichtbau, Entwicklung und Konstruktion.
  • »IT als Faszination - wo liegen die Grenzen?« behandelte danach Dipl. Ing. Herbert Kircher, Geschäftsführer der IBM Deutschland Entwicklung GmbH, Stuttgart. Aus seinen Ausführungen wurde deutlich, dass derzeit Grenzen nicht abzusehen sind, da IT bei den Unternehmen eine explosionsartige Ausdehnung erfahre und die Vernetzung zu immer komplexeren Systemen gehe. 
  • Dr. Dieter K. Kurz, Sprecher des Vorstands Carl Zeiss Oberkochen, behandelte die Frage »Das 21. Jahrhundert - das Jahrhundert des Photons?« Der Referent unterlegte seinen Vortrag mit eindrucksvollen Bildern zu Umsatz, Beschäftigtenzahlen und Wachstum dieser Branche. Seine Erkenntnis: Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert des Photons!


3. Themenkreis »Ingenieure im Wandel der Gesellschaft«
Moderation Prof. Dr. Eberhard Haller
 

  • Im ersten Referat sprach Günther Fleig, Mitglied des Vorstands der DaimlerChrysler AG, Personalwesen, über die »Zukunftsinvestition Ingenieur«. Nach Ausführungen über Anforderungen an den Ingenieurberuf und Mangel an Nachwuchskräften zeigte er auf der Basis der Erfahrungen bei DaimlerChrysler das steigende Durchschnittsalter der vorhandenen Ingenieure auf, weshalb das Lebensalter von 65 Jahren nicht mehr das zwingende Berufsende sein dürfe. Der Wandel im Berufsbild erfordere neue Führungseigenschaften des Ingenieurs als gemeinsame Werte.
  • Über »Frauen in Forschung und Entwicklung« sprach Prof. Dr.-Ing. Monika Auweter-Kurtz. Noch immer werde Frauen vom Ingenieurberuf abgeraten, sie seien aber dem Ingenieurstudium eindeutig gewachsen. Dass die Halbwertszeit des technischen Wissens kurz sei, weshalb nach der Familiengründung in den Beruf nicht zurückgekehrt werden könne, sei nicht stichhaltig. Die Universitätsausbildung vermittle Grundlagenwissen und das Erlernen von Methoden zur Problemlösung. Auch nach einer entsprechenden Pause könne man sich in neue Gebiete schnell und effizient einarbeiten. Der Vortrag, der sich auch mit Frauen in Führungspositionen, Frau und Technik, den Zielen, die junge Menschen mit der Berufswahl verbinden, und schließlich mit Überlegungen zur Verbesserung der Situation befasste, wurde mit umfangreichem Bildmaterial unterlegt.
  • »Ingenieure - durch Kooperation zu umfassenden Dienstleistern« war im Anschluss das Thema von Prof. Dr. Reinhold Braschel, Geschäftsführer der IFB Dr. Braschel AG, Stuttgart, der für seinen aus der Praxis schöpfenden Vortrag aufmerksame Zuhörer fand. 
  • Mit »Wie kann die Jugend für die Technik begeistert werden?«, beschäftigte sich aus pädagogischer Sicht Oberstudiendirektor Günter Offermann, Leiter des Friedrich-Schiller-Gymnasiums, Marbach am Neckar. Physik, Chemie und Technik belegen europaweit die letzten Plätze auf der Beliebtheitsskala der Studienfächer. Dabei sei die Technikakzeptanz bei den Jugendlichen so groß wie der Technikkonsum. Für die Zukunft zeichnete der Referent danach ein positives Bild angesichts der vereinten Bemühungen aller Verantwortlichen und behandelte dazu einen umfangreichen Katalog von möglichen Maßnahmen.
  • »Ingenieurausbildung im globalen Wettbewerb - Diplome contra Bachelor und Master«, dies diskutierte die fünfte Gruppe. Das einführende Referat hielt Prof. Dr.-Ing. Jürgen van der List, Rektor der Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik.
  • »Zukunftsorientierte Fortbildung - eine Herausforderung für Ingenieure, Unternehmen und Hochschulen«, mit diesem Referat von Dr.- Ing. Willi Fuchs, Direktor des VDI, schloss die sechste Gruppe den Themenkreis ab. Unter dem Leitsatz, Fortbildung setze nach dem Erlangen des ersten berufsqualifizierenden Abschlusses ein und ende mit dem Eintritt in den Ruhestand, behandelte der Referent die Notwendigkeit von Fortbildung unter den verschiedensten Aspekten und ging dabei auch auf das Problem der unübersichtlichen Fülle von Angeboten ein.

 
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